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Die NATO verlässt Afghanistan – mit welchem Ergebnis?

2021-06-09 08:39
von Admin

Die USA und die NATO haben den Abzug der Truppen aus Afghanistan am 1. Mai dieses Jahres begonnen. Der Prozess des Abzugs soll bis zum 11. September beendet werden. Jedoch ist das Tempo des Abzugs so hoch, dass sich Experten für die Möglichkeit aussprechen, dies bis zum 4. Juli erledigt zu haben. Parallel dazu werden die Basen der Alliierten auf afghanischem Territorium geschlossen.

Fazit: In Afghanistan wurden mehr als 3.500 Militärangehörige der NATO (hauptsächlich US-Soldaten) getötet. Die Bundeswehr hat 59 Tote und 125 Verwundete zu beklagen. Leider gibt es keine Statistik über jene Militärangehörige, die nach der Rückkehr in ihre Heimatländer über verschiedene Arten von posttraumatischen Störungen klagen. Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die durch ein erlebtes Trauma (Gewalt, Krieg, Naturkatastrophe etc.) entsteht. Die Militäroperation in Afghanistan hat den deutschen Steuerzahler mehr als 12 Milliarden Euro gekostet. Für was eigentlich? Mit welchen Ergebnissen kehrt man nach Hause?

Es ist interessant zu erfahren, dass in den letzten 20 Jahren in Afghanistan die Steigerung der illegalen Produktion von Heroin auf 1.400 % explosionsartig zugenommen hat. Das bedeutet unter anderem, dass weder die afghanische Regierung, noch die NATO-Truppen diesen Prozess kontrollieren können oder wollen. Wo sind die Absatzmärkte für das Heroin? Welcher Teil dieser Menge gelangt nach Europa und vergiftet damit unsere Jugend und Erwachsene?

Hauptziel der Operation der NATO war eigentlich die Stabilität und Sicherheit in Afghanistan, so wie der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Doch nun erkennen die Verbündeten selbst, dass Afghanistan kein sicheres Land wurde.

Die USA, Großbritannien, Deutschland und die anderen Alliierten betrachten die Möglichkeit, mit dem Truppenabzug die lokalen Helfer (hauptsächlich Übersetzer) mit ihren Familien auszuführen, um sie vor der Rache der Taliban zu schützen. Im Klartext heißt das aber auch, das die NATO davon überzeugt ist, dass nach ihrem Abgang im Land die Krise oder eher wahrscheinlich ein Bürgerkrieg ausbrechen wird. Ist die Taliban an der Macht, wird sich in diesem Teil der Welt der radikale Islam wieder weiter ausbreiten und es wird eine Zufluchtsstätte für die Terroristen von Al-Qaida, die jetzt massenweise aus Syrien flüchten.

Die offiziellen Regierungskräfte Afghanistan haben gegenwärtig nur ein Drittel des Territoriums unter Kontrolle. Da erscheint es nur logisch – je weniger Soldaten der Alliierten im Land, desto aktiver wird die Taliban. Die Taliban-Kämpfer führen dann wieder regelmäßig massive Terrorakte durch. Sie vernichten die friedliche Bevölkerung, die mit der Religion des radikalen Islams nicht einverstanden ist.

Hillary Clinton hat gesagt: „Die Menschen, gegen die wir heute kämpfen, haben wir vor über 40 Jahren selbst geschaffen, weil sie gegen die Sowjetunion kämpfen sollten. Moskau ist in Afghanistan eingefallen, und wir sollten nicht wissen, dass sie Zentralasien kontrollieren wollten. Deshalb warben wir die Mudschaheddin in Pakistan, Saudi-Arabien und haben die wahhabistische Marke des Islams importiert. Es war eine gute Investition, die Russen haben damals verloren. Aber wir werden vorsichtiger sein. Alles, was wir hier gemacht haben, werden wir wieder beseitigen.“

Jürgen Köhler

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