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Wer will Selensky stürzen?

2023-11-24 07:52
von Thomas

Schon vor einigen Tagen hat der ukrainische Präsident gewarnt, es könne in der Ukraine einen „Maidan 3“ geben, um ihn zu stürzen. Der erste Maidan war die „Orangene Revolution“ im Jahr 2004/2005, der zweite Maidan war 2013/2014. Beide wurden aus dem Westen finanziert und orchestriert.

Selensky beschuldigt nun jedoch Russland, den „Maidan 3“ organisieren zu wollen. Das sagte er in einem Interview mit der britischen Zeitung Sun:

„Der Name der Operation ist Maidan 3, sie soll den Präsidenten auswechseln. Das ist das Ende. Vielleicht nicht durch Tötung. Ich meine, es ist ein Wechsel. Sie werden jedes Instrument nutzen, das sie haben. Das ist also die Idee, bis zum Ende des Jahres. Sie haben der Operation sogar einen Namen gegeben. Aber Sie sehen, wir können damit leben.“

Generell war das Interview, das Selensky der Sun gegeben hat, über weite Strecken ziemlich wirr. Das gilt auch für diese Aussage, denn wenn Russland die Möglichkeit hätte, in Kiew einen „Maidan“ zu organisieren, dann hätte Russland das im Februar 2022 tun können, anstatt sich auf die riskante Militäroperation einzulassen.

Im übrigen gibt es keinen Fall einer „Farbrevolution“, die Russland organisiert hätte. Das ist die Spezialität der USA und ihrer NGOs, wie beispielsweise Soros, die in den letzten 30 Jahren viele solche Putsche organisiert haben. In Russland hat man zwar verstanden, wie das gemacht wird, aber Russland hat nicht die nötige „Infrastruktur“ aus NGOs im Ausland, um selbst eine solche Operation durchzuführen.

Selensky warnt Saluzhny

Der Spiegel hat auch über das Interview berichtet, wobei der Spiegel seinen Lesern die Information über den von Selensky angesprochenen „Maidan 3“ verschwiegen hat. Stattdessen berichtete der Spiegel unter der Überschrift „Ukrainischer Präsident – Selenskyj warnt Militärführung vor politischen Ambitionen“ über einen anderen, sehr interessanten Teil des Interviews, der keineswegs wirr war. Der Spiegel schrieb:

„In Kriegszeiten kann es keine Diskussion über Hierarchien geben: Diese Botschaft hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit dem britischen Boulevardblatt »The Sun« verbreitet. Dies wird als Seitenhieb auf einen ranghohen Militär gewertet, der sich letztens mit einer eigenen Einschätzung zum Verlauf des Kriegs gegen Russland zu Wort gemeldet hatte.“

Damit erfahren nun auch Spiegel-Leser unzweideutig, was der Anti-Spiegel schon seit langem berichtet und was auch US-Medien schon vor einiger Zeit gemeldet haben. In Kiew gibt es heftigen Streit zwischen Präsident Selensky und Armeechef Saluzhny, wie nun auch der Spiegel deutlich schreibt:

„Seit Monaten wird im politischen Kiew über einen Konflikt zwischen Armeechef Walerij Saluschnyj und Selenskyj spekuliert. Der General wird bereits als Konkurrent für Selenskyj bei Präsidentschaftswahlen gesehen. Reguläre Präsidentschaftswahlen müssten laut Verfassung am 31. März kommenden Jahres stattfinden. Anfang November hatte der General in einem viel beachteten Aufsatz im »Economist« vor einem Patt im Krieg mit Russland gewarnt. Selenskyj hatte dagegen den Stillstand verneint und die Erfolge der im Juni gestarteten Gegenoffensive betont.“

Dass Saluzhny Ambitionen auf das Präsidentenamt hat, ist keineswegs neu, wurde im Westen aber lange verschwiegen, um das Bild der entschlossenen Einigkeit der ukrainischen Führung gegen Russland zu malen. In den letzten Wochen ist der Streit zwischen Selensky und Saluzhny allerdings offen ausgebrochen und beide werfen sich gegenseitig vor, an dem Scheitern der ukrainischen Offensive schuld zu sein. Dass Selensky nun in der Sun offene Warnungen an seine führenden Militärs ausgesprochen hat, zeigt, dass Selensky möglicherweise die Kontrolle verliert und nervös wird. Der Spiegel zitiert aus dem Interview:

„»Bei allem Respekt für General Saluschnyj und alle Kommandeure, die auf dem Schlachtfeld sind, gibt es ein absolutes Verständnis der Hierarchie, es kann nicht zwei, drei, vier, fünf geben«, sagte der ukrainische Staatschef. Er warnte die Militärführung seines Landes vor einem Einstieg in die Politik. »Wenn man den Krieg mit dem Gedanken führt, dass man morgen Politik oder Wahlen macht, dann verhält man sich in seinen Worten und an der Front wie ein Politiker und nicht wie ein Militär«, sagte er in dem Interview. Das, so Selenskyj, wäre ein großer Fehler.“

Dass Selensky öffentlich eine so deutliche Warnung an seine Militärführung richtet, lässt tief blicken.

Wer stützt Saluzhny?

Dass man im Westen schon lange die Nase voll von Selensky hat, ist nicht wirklich neu. Die Frage ist, ob und wann sich in Washington der Daumen über Selensky senkt. Gerüchte, dass Saluzhny von dem einen oder anderen westlichen Land, zum Beispiel Großbritannien, unterstützt wird, gibt es schon lange.

Andererseits war es ausgesprochen verwunderlich, dass bei der letzten Veröffentlichung über die sechs „pro-ukrainischen Aktivisten“, die von einem kleinen Segelboot aus angeblich die Nord Streams gesprengt haben sollen, Saluzhny als wahrscheinlicher Auftraggeber genannt wurde, der demnach ohne Selenskys Wissen gehandelt haben soll. Da die ganze Geschichte um die „pro-ukrainischen Aktivisten“ nur eine Nebelkerze ist, die von der Täterschaft der USA ablenken soll, ist es bemerkenswert, dass Saluzhny nun Teil des Märchens geworden ist.

Ob das eine Warnung an ihn war, seine Ambitionen im Zaum zu halten, ist reine Spekulation, denn die Lage in Kiew wird immer unübersichtlicher. Einerseits gibt es gute Gründe für den Westen Selensky abzusetzen, andererseits scheint sich nun abzuzeichnen, dass die Ukraine nach dem Willen der USA bis zu ihrem Untergang weiterkämpfen soll. Dafür wäre Selensky mit seinen radikalen Tiraden der perfekte Kandidat.

Dazu passt, dass Selensky die Präsidentschaftswahlen, die eigentlich schon fast angesetzt waren, wieder gestrichen hat. Das war kaum ohne Rückendeckung aus Washington möglich.

Wer spekulieren möchte, der kann das wie folgt interpretieren: In den letzten Wochen herrschte möglicherweise Uneinigkeit in Washington, wie man aus dem teuren (und verlorenen) Ukraine-Abenteuer rauskommen könnte. Hätte man auf Verhandlungen mit Moskau gesetzt, wäre Selensky sicher der falsche Mann gewesen. Aber da die USA es anscheinend geschafft haben, dass EU-Staaten den sinn- und chancenlosen Kampf der Ukraine mit Geld und Waffen unterstützen, während die USA keine neuen Mittel für Ukraine-Hilfen mehr bereitstellen, kann es den USA nur recht sein, wenn die Ukraine ihre Soldaten opfert, um Russland weiteren Schaden zuzufügen, und die EU die Kosten dafür übernimmt, während die USA sich aus dem Fiasko zurückgezogen haben.

Fakt scheint jedenfalls zu sein, dass Selensky sich ernste Sorgen macht, dass sein Militär putschen könnte, wenn er in der Sun vor einem „Maidan 3“ warnt und seine führenden Militärs öffentlich angreift.

 

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