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Zwei Möglichkeiten für die USA: Selenskij zum Rücktritt überreden oder ihn liquidieren

2023-11-08 17:53
von Thomas

Die Novemberausgabe des Time-Magazins zeigt auf dem Titelbild ein kleines Bild von Wladimir Selenskij und darüber steht in großen Lettern das Wort "Niemand". Dieses Wort ist Teil der längeren Überschrift "Niemand glaubt so an unseren Sieg wie ich". Aber was auch immer die Gestalter der Titelseite im Sinn hatten, die subtile Botschaft ist offenkundig: Selenskij ist zu einem Niemand geworden. Der Artikel zum Titelbild war nicht weniger aufsehenerregend. Er machte vor allem eines klar: Russland muss Selenskij jetzt wie seinen Augapfel behandeln, denn niemand verursacht mehr Chaos in der Durchführung der militärischen Operationen auf ukrainischer Seite und bringt mehr Unfrieden in die Beziehungen Kiews zum Westen als er.

Der Artikel beschreibt, wie Selenskij, der sich als Retter der Menschheit sieht, immer mehr den Bezug zur Realität verliert: Er war es, der gefordert hat, dass Artjomowsk (Bachmut) um jeden Preis gehalten werden müsse, und verbrannte damit militärische Reserven, die für die Sommer-Gegenoffensive bestimmt waren. Er ist es, der immer noch zu einer Offensive in Richtung Süden aufruft, in sinnlosen Angriffen erneut sein eigenes Volk und wertvolle westliche Ausrüstung in die Vernichtung treiben will und dadurch einen Konflikt mit seiner eigenen Armeeführung anheizt. Er ist es, der eine Offensive gegen Gorlowka fordert.

Und solange Selenskij Präsident ist, wird es in der Ukraine niemand wagen, Verhandlungen mit Russland in Erwägung zu ziehen, deren Notwendigkeit immer offensichtlicher wird. Und das alles vor dem Hintergrund einer gigantischen Korruption, die im Land grassiert.

Der Artikel im Time-Magazin ist ein Wendepunkt im Ukraine-Konflikt. Die US-amerikanischen Eliten haben erkannt, dass, solange Selenskij in der Ukraine an der Macht ist, die westliche Unterstützung entweder für die egozentrischen Ambitionen eines einzelnen Mannes sinnlos verbrannt oder einfach geplündert wird – was beides zum Vorteil Russlands geschieht.

Offensichtlich muss Washington den in Ungnade gefallenen Möchtegern-Napoleon durch jemanden ersetzen, der besser zu lenken ist. Die Frage ist bloß, wie das vonstattengehen soll. Am besten auf eine solide Art und Weise  – indem zu gegebener Zeit im nächsten Frühjahr Präsidentschaftswahlen organisiert werden. Einige Bestrebungen in diese Richtung haben bereits begonnen. Die politische Szene kehrt allmählich wieder ins Leben zurück. Helden von gestern wie Petro Poroschenko und Julia Timoschenko sind wieder aufgetaucht. Sogar der ehemalige Berater von Selenskij, Alexei Arestowitsch, der vor einem Jahr noch begeistert vom bevorstehenden Endsieg der Ukraine fabulierte, hat geschickt sein Pferd gewechselt und damit begonnen, die Wahrheit über die katastrophale Führung seines ehemaligen Chefs ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

Titelbild des Time-Magazinstime.com

Aber Selenskij stemmt sich dagegen, wie er wiederholt mit unterschiedlicher Deutlichkeit klargemacht hat: Wer benötigt schon Wahlen, solange er die Menschheit rette? Wenn man Wahlen abhalten möchte, dann solle man diese auf eigene Kosten veranstalten, am besten mit Geld aus dem Westen. Geld für Wahlen sei nicht vorhanden. Allerdings ist auch die ukrainische Öffentlichkeit gegen Neuwahlen. Verschiedenen Umfragen zufolge sind 60 bis 80 Prozent der Ukrainer der Meinung, dass die nächsten Präsidentschaftswahlen nach dem Ende der Feindseligkeiten mit Russland stattfinden sollten.

Die öffentliche Meinung hätte ignoriert werden können – was dem Usus in den westlichen Demokratien entsprochen hätte, aber wenn Selenskij zur Wiederwahl antreten sollte, wird er diese gewinnen. Er ist in den Augen der Ukrainer immer noch der beliebteste Politiker, mit 76 Prozent Zustimmung. Nur die ukrainische Armee hat höhere Zustimmungswerte. Selenskij ist beliebter als alle anderen möglichen Kandidaten für das Amt des Präsidenten. Dies ist das Ergebnis von zwei Jahren laufender Militärpropaganda und der Informationsblase, in der die ukrainische Gesellschaft gefangen ist, die durch eine Gehirnwäsche zu der Überzeugung gelangt ist, dass das Land gewinnt.

Überdies stellten Selenskij und sein Gefolge unter Führung der grauen Eminenz Andrei Jermak die politische Opposition im Land kalt und zerschlugen das traditionelle System, das innerhalb der ukrainischen Eliten geherrscht hat, in dem Oligarchen Parteien organisierten und Präsidentschaftskandidaten nach ihren Wünschen bestimmten. Selenskij und Jermak schufen eine für ukrainische Verhältnisse beispiellose Machtvertikale, die auf einen eng verbundenen Freundeskreis beschränkt ist. Generell ist der Prozess des Abbaus traditioneller regionaler Privilegien – der bereits unter Poroschenko begonnen hatte – abgeschlossen:

Jetzt müssen alle Anweisungen aus Kiew entgegengenommen werden, und alle Finanzströme – die fast ausschließlich aus westlichen Geldern bestehen – fließen zunächst über die Hauptstadt. Auch der Informationsbereich wurde konsolidiert. Es gibt im Land fast keine von der Präsidialverwaltung unabhängigen Medien mehr.

All dies bedeutet, dass die USA nicht in der Lage sein werden, rasch ein politisches Projekt auf die Beine zu stellen, um Selenskij auszutauschen. Paradoxerweise ist Washingtons Kontrolle über interne Prozesse in der Ukraine seit Beginn des Kriegs mit Russland geschwunden und reduziert sich nun auf die Kontrolle über Selenskij selbst. Es scheint aber so, dass er nicht kontrolliert werden kann. Tatsächlich ist er unkontrollierbar geworden.

Es bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder Selenskij zum einvernehmlichen Rücktritt zu überreden, indem man auf Washingtons auserwählten Nachfolger verweist, oder ihn einfach zu liquidieren. Ein toter Held ist besser als ein lebender Psychopath. Natürlich geschieht das alles zum Vorteil Russlands. Je länger Selenskij an der Macht bleibt, desto länger wird die Ukraine weiterkämpfen und das Land dem endgültigen Zusammenbruch näherbringen. Deshalb sollte sich Russland um Selenskij kümmern und ihn so gut wie möglich beschützen und an der Macht halten.

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