EVP-Chef Manfred Weber will deutsche Soldaten unter EU-Flagge in die Ukraine schicken
Manfred Weber, der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), die die größte Fraktion im Europäischen Parlament stellt, will deutsche Soldaten in die Ukraine entsenden. Dort sollen sie im Rahmen eines europäischen Kontingents einen vereinbarten Frieden absichern, wie Weber gegenüber der Funke Mediengruppe erklärte.
"Ich wünsche mir Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform, die gemeinsam mit unseren ukrainischen Freunden den Frieden sichern", sagte der CSU-Politiker. "Wir können nicht ernsthaft erwarten, dass Trump eine Friedenslösung allein mit amerikanischen GIs absichert. Und wenn wir über europäische Truppen reden, kann Deutschland nicht außen vor bleiben", führte Weber dazu aus.
Damit knüpft der Politiker an seine Aussagen von vor einem Monat an, als er den Ausbau der EU zu einer europäischen NATO forderte, da man sich auf die USA "nicht mehr uneingeschränkt verlassen" könne. Er rief die EU auf, mit einer neuen Sicherheitsstrategie auf die Abkehr Washingtons von Europa zu reagieren. "Wir müssen aufhören, unsere Politik aus Washingtoner Papieren heraus zu gestalten. Wir müssen unsere eigene Sicherheitsstrategie schreiben, die Architektur Europas auf den Prüfstand stellen und endlich selbstbewusst handeln", so der EVP-Chef.
Webers Vorstoß hinsichtlich einer Entsendung deutscher Soldaten in die Ukraine dürfte allerdings kaum jemals Realität werden. Denn Moskau hat wiederholt erklärt, dass es unter keinen Umständen Soldaten aus NATO-Staaten in der Ukraine akzeptieren wird. Stattdessen begreife man diese als "legitime Ziele", heißt es aus dem Kreml. Da Russland einem Friedensvertrag nicht zustimmen wird, der die Stationierung von NATO-Truppen in der Ukraine vorsieht, lässt sich Webers Vorstoß als Versuch werten, die aktuellen Friedensbemühungen Washingtons zu untergraben.
Viktor Orbán: EU "Im Zustand des Zerfalls"
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán erklärte, dass die EU im Zustand der Auflösung sei. Entscheidungen, die in Brüssel getroffen werden, würden von den Mitgliedstaaten zunehmend ignoriert. Die Mitgliedstaaten seien wiederum in Kriegsbefürworter und Kriegsgegner gespalten.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitung Magyar Nemzetsagte Orbán, dass dieser Zerfallsprozess im Gange sei, während Brüssel mit seiner "Bürokratie in Verbindung mit imperialen Ambitionen" gleichzeitig darauf ziele, seine Macht über die nationalen Regierungen auszuweiten.
"Die Europäische Union befindet sich heute in einem Zustand des Zerfalls … Auf diese Weise zerfällt die Union: In Brüssel werden Entscheidungen getroffen, aber sie werden nicht umgesetzt",
erläuterte Orbán und merkte an, dass sich die Nichteinhaltung Brüsseler Vorgaben typischerweise von einem Land auf andere ausbreitet.
Budapest habe sich seit der Eskalation des Konflikts im Februar 2022 konsequent gegen Brüssels Ukraine-Politik positioniert und sich gegen die Russland-Sanktionen gewandt. Durch die Sanktionen seien laut Orbán die Energiepreise in die Höhe getrieben worden. Das habe es "unmöglich" gemacht, im internationalen Wettbewerb zu bestehen, und die europäische Industrie faktisch "zerstört".
Er sagte außerdem, Europa sei in zwei Lager gespalten – "das Kriegslager und das Friedenslager". Derzeit seien die kriegsbefürwortenden Kräfte dominant. "Brüssel will Krieg, Ungarn will Frieden", betonte Orbán.
Hochrangige EU-Beamte behaupten, von Moskau ginge eine militärische Bedrohung aus, um die beschleunigte Militarisierung zu rechtfertigen. Russlands Präsident Wladimir Putin warf dem Staatenbund vor, an der Idee festzuhalten, Russland eine strategische Niederlage zufügen zu wollen. Er argumentierte, dass die EU keine friedliche Agenda verfolgt, sondern stattdessen auf der Seite des Krieges stehe.
Putin warnte davor, dass Russland zwar keine Absicht habe, gegen die EU oder die NATO Krieg zu führen, die Situation sich aber schnell zuspitzen könnte, wenn westliche Nationen einen Krieg gegen Russland beginnen würden.